Schlafregressionen bei Babys

Was ist eine Schlafregression?

Eine Schlafregression wirkt sich auf den Schlaf deines Babys aus. Oft sagen mir die Eltern, dass sich seit dem 4. Lebensmonat, dem 9., 12. oder 18. Lebensmonat die Schlafsituation sehr verschlechtert hat: „Bis zum 3./4. Monat war alles gut. Sie schlief bis auf zwei Mahlzeiten die Nacht durch und plötzlich wacht sie tagsüber nach 30 min. auf und will nachts mehr trinken, so dass wir wieder bei 4 Flaschen angekommen sind.“ 

Es gibt insgesamt 5 Schlafregressionen in den ersten beiden Lebensjahren. Eigentlich gibt es nur eine wirkliche Schlafregression, die 4 Monats Schlafregression, alle weiteren Regressionen sind auch eben nur das: Entwicklungsschübe, die sich auf das Schlafverhalten deines Babys auswirken. 

Mach dir keine Sorgen, eigentlich ist die Regression eine Progression, weil dein Baby immer neues lernt und seine Entwicklung voranschreitet.

Wie äußert sich eine Schlafregression?

Eine Schlafregression, beziehungsweise die Regressionen, machen sich dadurch bemerkbar, dass das Einschlafen deinem Baby schwerer fällt, heftiger Protest beim ins Bett legen kommt, dein Baby oder Kleinkind nur kurz schläft und nachts häufiger wach wird. Zudem kann sich der Appetit und der Stoffwechsel deines Babys verändern und nicht selten erlernt dein Baby genau jetzt eine z.B. motorische neue Fähigkeit.

Wie lange dauert eine Schlafregression?

Schlafregressionen verlaufen individuell – wie so ziemlich alle Entwicklungen. Die Intensität kann unterschiedlich sein, ebenso auch die Dauer. Alles zwischen 2 und 6 Wochen ist möglich.

Wann tritt eine Schlafregression auf?

Schlafregressionen treten in den folgenden Lebensmonaten auf: dem 4. Monat, um den 8./9. Monat, um den 12. Monat und um den 18. und 24. Monat.

Jede Regression hat unterschiedliche Auswirkungen auf das Schlafverhalten deines Babys oder Kleinkindes und geht mit neuen Lernschemata einher.

Die 4 Monats Schlafregression

Die 4 Monats Schlafregression ist die einzige, wissenschaftlich bewiesene Schlafregression. Das Schlafverhalten deines Kindes ändert sich grundlegend, es wird zyklisch und gleicht sich hiermit dem Schlafverhalten von uns Erwachsenen an. Hier endet auch offiziell die Neugeborenen Zeit.

Neugeborene verknüpfen 2 Schlafphasen miteinander: Sie verbringen 50% im Tiefschlaf und 50% im Traumschlaf. Die 4 Monats Schlaf Regression verändert den Schlaf dahingehend, das er zyklisch wird und, leider, 4 weitere Leichtschlafphasen hinzukommen.

Ein Schlafzyklus eines 4-5 Monate alten Babys dauert nur ca. 30-40 min., wohingegen ein Zyklus bei uns Erwachsenen 90-120 min. andauert – unsere Schlafphasen sind also länger.

Die 8/9 Monats Schlafregression

Dein Baby hat sich abends problemlos ins Bettchen legen lassen, hat nachts womöglich längere Schlafstrecken gehabt und tagsüber fröhlich seine Welt erforscht. Aber plötzlich macht sich die 9 Monats-Schlafregression folgendermaßen bemerkbar:
➡️ Häufigeres Aufwachen nachts
➡️ Quengeliges Verhalten
➡️ Kürzere Schlafphasen tagsüber
➡️ Vermehrter Appetit

Bei einer Regression haben Eltern oft das Gefühl, dass ihr Baby in der Entwicklung einen Schritt vor macht und zwei Schritte zurück.  Bedenke immer, dein Baby entwickelt sich nicht zurück, sondern es lernt nur immer mehr, also ist es eigentlich keine Regression sondern eine Progression und es geht immer um den angemessenen Umgang mit solchen Regressionen!

Was löst beim Baby, 9 Monate, Schlafprobleme aus?
Jetzt ist die Grobmotorik im Fokus. Dein Baby übt, sich krabbelnd oder robbend fortzubewegen und zieht sich an Gegenständen hoch. Es lernt auch, Reihenfolgen in Abläufen zu erkennen und kann Menschen von Objekten unterscheiden. Das macht sich auch an Trennungsängsten bemerkbar, die das Schlafverhalten beeinflussen. Gehirn ist in dieser Phase besonders aktiv, so dass es deinem Baby schwerer fällt, sich zu entspannen und durchzuschlafen.

Die 12 Monats Schlafregression

Die Schlafregression um den 12. Monat macht sich oft dadurch bemerkbar, dass die Tagesschlafstrukturen nicht mehr so ganz passen, Widerstand, in Form von heftigem Schreien, beim ins Bett bringen auftritt und die Nächte unruhiger werden.

Oft denken die Eltern, dass jetzt schon der Zeitpunkt wäre auf einen Tagesschlaf zu wechseln, davon rate ich ab, das ist hier meist noch zu früh. Die Körperliche und kognitive Entwicklung: Während dein Baby wächst und sich entwickelt, kann es neue Meilensteine wie Laufen, Sprechen und Zahnen erleben, die alle seinen Schlafrhythmus stören können.

Außerdem wird dein Baby wird sich seiner Umgebung möglicherweise stärker bewusst und verspürt Trennungsangst, wenn du das Zimmer verlässt. Es wird für das Kind schwieriger einzuschlafen.

Auch Änderungen im Alltag, wie z. B. Umzug oder Eingewöhnung in der Kita, können den Schlafrhythmus deines Babys stören.

Die Schlafregression um den 18. & 24. Lebensmonat

Glückwunsch! Du hast jetzt ein Kleinkind (spätestens jetzt offiziell) und ihr seid in der Entwicklungsphase: Autonomie vs. Scham und Zweifel nach Erikson angekommen.

Die Schlafregression kann für euch nun ganz schön zur Herausforderung werden, wenn ihr keine innere Klarheit besitzt, wie man mit Kleinkindern entwicklungspsychologisch betrachtet, angemessen umgeht.

Für euer Kind erscheint nun alles spannender und aufregender als Schlafen und der Protest und die Gegenwehr legen nochmal zu.

Ich empfehle euch definitv nicht zu einem Bodenbett oder Kleinkinderbett zu wechseln, sondern euer Babybett noch ein paar Jahre beizubehalten. Warum? Das kannst du auch hier nachlesen.

Was kann ich bei einer Schlafregression tun?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Babys, die gerade eine Schlafregression durchlaufen, sich in einer besonders „Lern-sensiblen-willigen-Phase“ befinden. 

Haltet mich für verrückt aber eine Schlafberatung zu machen, wenn dein Kind gerade eine Schlafregression hat, finde ich total gut und richtig! Das ist doch genau der Zeitpunkt, wenn das Gehirn deines Babys umprogrammiert wird – aus dem Grund entstehen doch meistens die Schlafprobleme dann, wenn eine Schlafregression ansteht. Dein Baby hat genau während der Regression die Möglichkeit zu lernen:

a) „Ich kann nicht mehr selber ein- und weiterschlafen – ich muss getragen/ gestillt werden.“

b) „Meine Eltern geben mir liebevoll das Selbstvertrauen, dass ich selber ein- und weiterschlafen kann. Na wenn Mama das denkt… 😉“

Also, was tun?

Ganz allgemein, kannst du Folgendes machen:

  1. Wachphasen überprüfen
  2. Routinen beibehalten, gibt Sicherheit
  3. Hunger tagsüber stillen
  4. Nähebedürfnis tagsüber stillen
  5. Dich informieren – dein Baby verlernt nichts, wenn du es förderst
  6. Selbstständiges Einschlafen üben

 

 

Sollten dich die oben genannten Anzeichen schon einige Monate herausfordern, dann hört sich das eher nach einem grundsätzlichen Schlafthema an. Aber auch, wenn du aufgrund von einer Schlafregression in einer Dauernuckel, Papa kann das Baby nicht mehr ins Bett bringen etc. Schleife geraten bist, musst du das nicht einfach  weitermachen. Wenn du nichts veränderst, dann verändert sich nichts und denke mal über eine Babyschlafberatung oder Kleinkinderschlafberatung nach. 

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